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Zu den Gottesdiensten
in ihren unterschiedlichen Formen gehören
Feiern, die mit einer sichtbaren Handlung verbunden sind: Taufe
und Abendmahl. Hier, in den beiden Sakramenten der evangelischen
Kirche, wird das zentrale Thema christlicher Verkündigung,
die verläßliche Treue Gottes, gefeiert in den "kleinen
Zeichen des Lebens": Wasser bei der Taufe; Brot und Wein
bzw. Traubensaft beim Abendmahl.
Das lateinische "sacramentum" meint
"verbindliche Verpflichtung, Treueeid". Der Heidelberger
Katechismus, das Unterrichtsbuch der ev.-reformierten Kirche seit
dem 16. Jahrhundert, nennt die Sakramente "sichtbare heilige
Wahrzeichen und Siegel", an denen alles, was das Evangelium
sagt, besser verständlich werden soll (Frage 66).
Sakramente, Zeichen, die das Handeln Gottes
verdeutlichen: Gott wendet sich den Menschen zu - und die feiern,
daß es einen Sinn gibt in einer Welt so tief empfundener Sinnlosigkeit:
Mut zum Leben im Vertrauen auf Gott.
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| ICH BIN BEI EUCH - das ist die
in der Taufe den Menschen gegebene Zusage. Sie steht im "Taufbefehl"
Jesu, der die christliche Taufe begründet: "... geht
hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
... und siehe ICH BIN BEI EUCH alle Tage bis an das Ende der
Welt" (Matthäus 28, 19f). - Auf einem Sommerfest entstand
dieses Bild. |
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TAUFE
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Eltern, die ihr Kind taufen lassen,
tun dies in dem Vertrauen: Gott steht auf der Seite unseres Kindes.
Eltern und Paten antworten stellvertretend auf die Tauffrage:
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TAUFFRAGE AN ELTERN UND PATEN
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Pastor/Pastorin: Liebe Eltern und Paten, ihr habt . .
. hierher gebracht, damit er / sie in der Taufe die unwiderrufliche
Zusage erhält: Du bist und bleibst durch Jesus Christus ein
Kind Gottes.
Presbyter/in bzw. Gemeindevertreter/in: Indem ihr . . . zur
Taufe bringt, übernehmt ihr die Verantwortung, dass er / sie
einmal erfährt, was seine / ihre Taufe bedeutet. Eure Gemeinde
verpflichtet sich, euch dabei zu begleiten durch Gottesdienst und
Unterricht, praktische Hilfe und Gebet.
Pastor/Pastorin: So frage ich euch: Wollt ihr, dass . . .
in der Gemeinschaft der christlichen Gemeinde heranwächst und
heute auf den Namen des Dreieinigen Gottes getauft wird, so antwortet:
Ja. Antwort: Ja.
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FÜRBITTE
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Immer mehr Eltern wollen diese Entscheidung
ihren Kindern selbst überlassen. Für diese Kinder gibt
es die Möglichkeit einer besonderen Fürbitte im Gottesdienst.
Nicht das Lebensalter des Menschen bei seiner Taufe ist entscheidend,
sondern Gottes "Ja" zu ihm und die Antwort des Menschen
in Glaube und Leben.
Die Taufen haben ihren Ort in der Regel
im Gottesdienst am 1. Sonntag im Monat. Sie werden - wie auch die
Fürbitte - durch ein Vorgespräch mit dem Pastor vorbereitet.
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Abendmahlsmünze "méreaux" der Ev.-Reformierten
Gemeinde Göttingen, 18. Jh. - ADMITTIRT bedeutet "zum
Abendmahl zugelassen". Diese Münze wurde von Calvin 1561
den Hugenottengemeinden empfohlen. In der Hugenottenverfolgung wurden
die méreaux zu Erkennungsmarken. Passions- und Ostermotiv:
Christus als "Lamm Gottes" mit der Siegesfahne (Johannes
1, 29).
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ABENDMAHL
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Das Abendmahl ist nicht nur Erinnerung
an das letzte Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern in der Nacht
vor seinem Tod am Kreuz feierte. Wir feiern heute als "Gäste
des Gekreuzigten" mit Brot und Wein bzw. Traubensaft Gottes
JA zu jedem Menschen.
In unserer Kirche wird das Abendmahl am Tisch
gefeiert. So essen und trinken die miteinander, die trotz bestehender
Unterschiede zusammengehören. Gottes JA zu den Menschen setzt
sie instand, selber Ja zu sagen zu dem "fremden Nachbarn";
sich zu solidarisieren mit den "fernen Nachbarn", den
Unterdrückten, den Entrechteten und Hoffnungslosen der Erde.
Das Abendmahl ist der gefeierte Protest, die Protest-Feier im Namen
des Lebens - gegen die Behauptung, die Erde werde so bleiben, wie
sie ist. Das Abendmahl ist das Fest der Freude über Gottes
Zusage: "Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben" (Jeremia
29, 11).
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Zum Abendmahl werden Brot und Einzelkelch
(in unserer Gemeinde mit Traubensaft) gereicht. Kinder können
bereits vor der Konfirmation teilnehmen.
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Ausgerechnet um das Abendmahl, das Grenzen überwindet
und Trennungen aufhebt, hat es viel Streit gegeben. Die Einheit
des Protestantismus (der evangelischen Kirche) ist nicht zuletzt
an den unterschiedlichen Auffassungen von den Sakramenten - vor
allem des Abendmahls - auseinandergebrochen.
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MARBURGER
RELIGIONSGESPRÄCH
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Das "Marburger Religionsgespräch"
1529 zwischen Luther und dem Zürcher reformierten Reformator
Zwingli gilt als das Datum, an dem dieser Bruch vollzogen wurde. Seitdem
wurde meist das Trennende betont, zum Beispiel in der unterschiedlichen
Deutung der Abendmahls-"Einsetzungs"-Worte des 1. Korintherbriefs
(11, 23-26). Die reformierte Auffassung ist: Brot und Wein bedeuten
Leib und Blut Christi; die lutherische: Leib und Blut Christi sind
in, mit und unter Brot und Wein.
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LEUENBERGER KONKORDIE
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Erst die "Konkordie reformatorischer
Kirchen in Europa" (Leuenberger Konkordie) vom 16. 3. 1973
hat das Gemeinsame in den Auffassungen wieder in den Vordergrund gestellt.
Die Kirchen, die die Konkordie unterzeichnet haben, konnten die Trennung
des 16. Jahrhunderts nicht mehr aufrechterhalten, "wo solche
Übereinstimmung ... besteht". |
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