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1928
  wird die Ev.-Reformierte Gemeinde Göttingen Mitglied im "Bund Evangelisch-Reformierter Kirchen Deutschlands". Zu diesem Bund gehören heute die sechs reformierten Gemeinden Hamburg, Bückeburg, Stadthagen, Braunschweig, Göttingen und Dresden.
 
1934
  im Jahr nach der "Machtergreifung" Hitlers, haben evangelische Christen (Lutheraner, Reformierte und Unierte) auf der "Bekentnissynode" in Wuppertal-Barmen ihre klare Absage an die nationalsozialistische Weltanschauung vollzogen. Die "Barmer Theologische Erklärung", die während der Hitlerzeit jedoch weder vom "Bund Evangelisch-Reformierter Kirchen Deutschlands" noch von unserer Gemeinde mitgetragen wurde, ist bis heute aktuell geblieben.
 

KARL BARTH

 

 

Die "Barmer Erklärung" von 1934 ist entscheidend geprägt von dem reformierten Theologen Karl Barth (1886-1968). Barth hat als Honorar-Professor in Göttingen (1921-25) auch in unserer Kirche gepredigt.
 

 
BARMER THEOLOGISCHE ERKLÄRUNG
 

 
Aus den sechs "Sätzen" der Barmer Theologischen Erklärung von 1934:·

  • Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
    Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen. (1)

  • Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem dankbaren Dienst an seinen Geschöpfen.
    Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche in unserem Leben, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern. anderen Herren zu eigen wären ... (2)

  • ...wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen. (3)

  • ... Die Kirche erinnert an Gottes Gebot, und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt... (5)
    _________________________________________
1982
 

Das Moderamen (Leitungsgremium) des Reformierten Bundes veröffentlicht die Erklärung „Das Bekenntnis zu Jesus Christus und die Friedensverantwortung der Kirche“. Zu der auf politischer und kirchlicher Ebene heftig diskutierten Nachrüstung mit Massenvernichtungswaffen sagt die Erklärung ein „Nein ohne jedes Ja“. Unsere Gemeinde sowie reformierte und nicht reformierte Gemeinden und Kirchen, auch z.B. in den USA, übernehmen die Erklärung.

FRIEDENSFRAGE IST
BEKENNTNISFRAGE
 

  • „Jesus Christus ist unser Friede... Sein Friede, den die Welt nicht geben, nicht sichern oder zerstören kann, befreit und verpflichtet dazu, für den Frieden unter den Menschen zu beten, zu denken und zu arbeiten... Die Friedensfrage ist eine Bekenntnisfrage.“ (aus These I)
  • „Gott verbindet in Christus seinen Frieden mit der Verheißung und dem Gebot menschlicher Gerechtigkeit. Dieses Bekenntnis unseres Glaubens ist unvereinbar mit der Bejahung oder auch nur Duldung eines ‚Sicherheitssystems’, das auf Kosten der Hungernden und Elenden der Erde und um den Preis ihres Todes erhalten wird.“ (aus These IV) 
1984
 

formuliert die vom Reformierten Bund eingesetzte Kommission "Wir und die Juden - Israel und die Kirche" sieben Leitsätze, die u.a. feststellen:
"Gott hat seinen Bund mit Israel nicht gekündigt... Wir suchen denwurzelhaften und bleibenden Zusammenhang wahrzunehmen, in dem Israel und die Kirche in dem einen ungekündigten Gottesbund miteinander verbunden sind. Wir sagen jedem christlichen Erwählungsbewußtsein ab, das zur Überheblichkeit führt und die Verwerfung anderer fordert" (Leitsatz 2).

Über dem Hauptportal unserer Kirche: Symbol des "dreieinigen Gottes" (Vater, Sohn, Heiliger Geist) mit dem biblischen, hebräischen Gottesnamen "Jahwe".

 

 

 

HEUTE

  Reformierte Kirchen sind überall in Europa und Übersee verbreitet. In den englischsprachigen Ländern nennen sie sich meistens "Presbyterianer". So gehören dem Reformierten Weltbund heute 75 Millionen Menschen in 100 Ländern an. Der Reformierte Weltbund ist damit zahlenmäßig größer als der Lutherische Weltbund.
Diese beiden Weltbünde umfassen etwa die Hälfte aller Protestanten in der Welt.Die andere Hälfte machen vor allem die (englische) anglikanische Kirche, die Baptisten und die Methodisten aus. Die Methodisten stehen nach Ursprung und Bekenntnis der evangelisch-reformierten Kirche besonders nahe.
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltrat der Kirchen genannt, vereinigt evangelische und orthodoxe Kirchen aus aller Welt. Der ÖRK hat seinen Sitz dort, wo Calvin von 1536 bis zu seinem Tod 1564 wirkte: in Genf. So ist die Geschichte der evangelisch-reformierten Kirche von Calvin bis heute der Weg VON GENF NACH GENF.
 

 

GEMEINSAMKEITEN ALLER KIRCHEN
 
  • Berufung auf Jesus Christus
  • Bibel als Grundlage
  • Gegenseitige Anerkennung der Taufe
  • Glaubensbekenntnis

 

ÖKUMENE

 

Das Evangelium (die Gute Nachricht) vom Reich Gottes soll in der ganzen Ökumene verkündet werden; denn alle Menschen sollen die Einladung Gottes in die neue Welt hören (MATTHÄUS 24, 14).

oikoumene (griechisch) = bebautes, bewohntes, volkreiches Land; die bewohnte Erde; der Erdkreis; die ganze Welt.

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